Werte Mitglieder des Ortsverbands Altstadt / Großer Garten, 

über die Unterstützung der Jungen Union bei einem Beachvolleyballevent fand ich 2012 den Weg in die CDU Dresden. Damals noch heimisch im Dresdner Süden, wechselte ich 2014 mit meinem Umzug in die Altstadt auch den Ortsverband und bin seit dieser Zeit auch aktiver Stadtbezirksbeirat (vormals Ortsbeirat) für die Altstadt, Friedrichstadt und Johannstadt. Während man beim ersten Mal noch durch die Partei benannt wurde, fanden 2019 erstmals Direktwahlen der Stadtbezirksbeiräte statt. 7.098 Stimmen und damit stadtweit das zweitbeste Ergebnis aller Stadtbezirksbeiräte in Dresden konnte ich auf meine Person vereinen. Das alles war mit einem engagierten Wahlkampfteam und einem fortwährenden gesellschaftlichen Engagement machbar. 

Gespräche mit lokalen Akteuren führen, die Nachbarschaft für eine Mitarbeit zu begeistern, Probleme zu lösen, Mehrheiten zu generieren und am Ende in konkrete Initiativen und Anträge zu überführen sind die Triebfeder für mein Handeln. 

Mit kreativen Ideen und darauf aufbauenden Visualisierungen, unter anderem von einem begrünten Kulturpalast oder einer autofreien Seestraße schafften wir es in die lokalen Tageszeitungen und förderten damit auch die innerparteiliche Diskussion. Während die Mitglieder an der Basis und Anwohner die Ideen regelmäßig für gut befanden oder sie gar selbst einbrachten, musste ich schnell feststellen, dass es in der Dresdner Union selten um den Diskurs und den Streit über die besten Positionen geht, sondern ausschließlich um das eigene Ich. 

Als wir den Antrag zur autofreien Seestraße einbrachten, wurde ich von Mandats- & Funktionsträgern im Vorstand beschimpft, dass man mit linker Politik keine Wahlen gewinnt. Die Forderung nach mehr innerstädtischem Grün und Untermauerung mit Anträgen führte zu denselben Feindseligkeiten. 

Das alles habe ich ausgehalten, da ich ausschließlich gegenüber meiner Familie, der Mitgliedschaft und meiner Nachbarschaft rechenschaftspflichtig bin. 

Im November 2021 schenkten Sie mir durch ihre Wahl für den Kreisvorstand erneut das Vertrauen zwei weitere Jahre aktiv die Geschicke der Partei mitzugestalten und zusätzlich wurde ich in diesem Sommer auch als Vorsitzender im schönsten Ortsverband der Stadt, der Altstadt einstimmig wiedergewählt. 

In den letzten Monaten häuften sich für mich in dieser Partei jedoch leider die negativen Dinge.

Im Zuge der Nominierung eines eigenen Oberbürgermeisterkandidaten wurde ich selbst als Kreisvorstand nicht transparent informiert. Eine vorliegende Bewerbung aus der Mitgliedschaft wurde gegenüber den Mitgliedern des Kreisvorstands zu keinem Zeitpunkt thematisiert. Für die anstehende Nominierung des „fremden“ OB-Kandidaten hatte ich Ende 2021 wie in der Vergangenheit üblich einen Parteitag gefordert. Dies wurde abgelehnt und die Nominierung schlussendlich durch den Kreisausschuss im Februar 2022 beschlossen. In seiner Bewerbungsrede stellte Herr Hilbert schon damals klar, dass er die Bürgermeisterriege radikal umbauen will. Konkrete Nachfragen meinerseits auch nach der Schaffung eines achten Bürgermeisters wurden durch den Vorsitzenden der CDU-Fraktion Peter Krüger verneint. Wie wir heute wissen, war Herr Krüger der Erste, der in den Verhandlungsrunden den achten Bürgermeister und damit eine Aufblähung der Verwaltung in das Spiel gebracht hat. Was geht eigentlich nach dieser OB-Wahl noch mit der CDU nach Hause?  

Auch wenn ich als einziger Herrn Hilbert abgelehnt habe, habe ich anschließend im Sinne der Akzeptanz von Mehrheiten mich in den Dienst der Partei gestellt. 

Im Vorfeld der anstehenden Landtags- & Kommunalwahlen 2024 werden bereits heute hinter den Kulissen in unterschiedlichsten Gruppen intransparent die Fäden für mögliche Kandidaten und Themen gezogen. Ich persönlich habe mich als Ortsverbandsvorsitzender in Bezug auf die Landtagswahl 2024 dagegen entschieden, dieses Spiel mitzuspielen. Unter anderem sollte ich im September in einer Nacht- & Nebelaktion eine Kandidatin für ein Förderprogramm der Sächsischen Union nominieren. Da bereits zu diesem Zeitpunkt mehrere Bewerbungen und Interessensbekundungen vorlagen, intervenierte ich dagegen, da ich nicht der Entscheidung der Mitgliedschaft vorgreifen und einen transparenten Bewerbungsprozess wollte. Ich habe daraufhin gegenüber der Landespartei dafür geworben, allen Kandidaten die Teilnahme zu ermöglichen. Dies wurde durch den Kreisvorsitzenden abgelehnt. 

Die Bewerbung der Tichy Veranstaltung durch die Kanäle des Kreisverbands mit dem Thema „Wie retten wir uns vor der Energiewende?“, mit Leugnern des Klimawandels, die regelmäßigen Fehltritte des Fraktionsvorsitzenden der CDU-Stadtratsfraktion, unter anderem, in dem er einen renommierten Journalisten als „Totengräber des öffentlich-rechtlichen Rundfunks“ diffamiert und dies unwidersprochen in der Union bleibt und die Anbiederung an Russland durch unseren Ministerpräsidenten haben mich in meinem Entschluss des Parteiaustritts bestärkt. 

Ich gehe mit einem weinenden und einem lachenden Auge. In den letzten 10 Jahren durfte ich viele herausragende Persönlichkeiten und Menschen wie Sie kennenlernen und prägende Erfahrungen sammeln. Ich bin mit mir absolut im Reinen. Hatte für jedes Ihrer/Eurer Anliegen ein offenes Ohr und habe mich dafür eingesetzt und mit den mir gebotenen Möglichkeiten als Stadtbezirksbeirat diese umgesetzt. Das Amt des Stadtbezirksbeirats werde ich bis zum Ende der Legislatur weiter begleiten und stehe Ihnen/Euch auch zukünftig jederzeit gerne zur Verfügung. 

Mobil: 0177.3026671 
Mail: lutzhoffmann@hotmail.com
Internet: https://lutz-hoffmann-dresden.de/

In der Zukunft werde ich mich noch mehr den sozialen Themen in dieser Stadt widmen, herausfordernde Projekte in Kunst und Kultur umsetzen und weiterhin eine starke Stimme gegen rechte Umtriebe in dieser Stadt sein. 

Ich lege meine Parteiämter mit Ablauf des heutigen Tages nieder und trete aus der CDU Deutschland aus.

Für die Zukunft wünsche ich Ihnen/Euch alles Gute und hoffe, dass zukünftig wieder die Stimmen der Vernunft unter Mandats- & Funktionsträgern die Oberhand gewinnen.

Mit freundlichen Grüßen 

Lutz Hoffmann